Rudi Maier, Ludwigsburg: Aufsatz und Lecture Performance zu Firmenhymnen und Firmensongs
Kontakt: mediologie(at)demoz-lb(dot)de


TERMINE der LECTURE PERFORMANCE über Firmenhymnen und Firmensongs:

Derzeit gibt es keine anstehenden Termine ... 


Zum Vormerken: Theater Kampnagel Hamburg: Der Firmenhymnenhändler, März 2012; mehr infos hierzu in Kürze ....



Die Lecture Performance bislang zu erleben in: Hamburg, Museum der Arbeit // Kehl, DGB/EAN // Ludwigsburg, DemoZ // Markelfingen, DGB Camp // Mannheim, Wildwest // Tübingen, Zatopek // Görlitz, Hospi30 // Chemnitz, TU Soziologiekolloquium // tbc

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WOZU DAS GANZE?



"Ein Herz braucht das Blut, so wie wir unsere Kunden..."
Firmenhymnen und Firmensongs aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

Mit Musik geht alles besser. Dies haben inzwischen auch zahlreiche Unternehmen für sich entdeckt. Ein neues musikalisches Genre erblickte hierzulande kürzlich das Licht der Welt: Firmenhymnen. Firmenhymnen dienen primär der Herstellung biopolitischer Ordnungssysteme innerhalb von Unternehmen. Sie sollen MitarbeiterInnen motivieren und ans Unternehmen binden und sie stellen eine neue Form der Produktivität dar, die an den „immateriellen Verbindungsstellen der Produktion von Sprache, Kommunikation und des Symbolischen“ anzusiedeln ist (Negri/Hardt: Empire, 47). Im Zentrum der Firmenhymne steht die aktivierende Aufforderung sich "mit Leib und Seele" im Unternehmen einzubringen. Unternehmen nutzen Firmenhymnen (und Firmensongs) darüber hinaus als weiteres Alleinstellungsmerkmal im Kampf um das knappe Gut Aufmerksamkeit und sie markieren eine bedeutsame Transformationslinie: Den Übergang von der Industriearbeit, musikalisch gekennzeichnet durch das Arbeiterlied (das emblematisch für die Klassengegensätze im Arbeitsregime der Fabrik stand), zur gegenwärtigen (postfordistisch verfassten) Gesellschaftsordnung einer „Wissensgesellschaft“, in der im Zuge eines umfassenden „Kulturalisierungsprozesses“ (Lindner, 1995) die Produktion von symbolischen Gütern und Dienstleistungen enorme Bedeutung gewonnen hat. Zusammengefasst: Firmenhymnen sind aktueller Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels vom industriellen zum kognitiven Kapitalismus.

Als „normative Aufforderung“ zur Selbstorganisation des eigenen (Arbeits-) Lebens - unter den Vorzeichen einer sich verstetigenden Prekarisierung aller Lebensbereiche - appellieren Firmenhymnen letztlich an die „Technologien des Selbst“ (Foucault). Am Beispiel der Firmenhymne lässt sich eindrucksvoll zeigen, wie diese Aufforderung zur „Subjektivierung von Arbeit“ gedacht ist und welche Anforderungen heutzutage an ArbeitnehmerInnen gestellt werden.


Der Aufsatz zum Thema Firmenhymnen und Firmensongs als normative Aufforderung zum "Teamgeist" und zur "guten Laune" ist erschienen. In:

Gerrit Herlyn, Johannes Müske, Klaus Schönberger, Ove Sutter (Hg.): Arbeit und Nicht-Arbeit. Entgrenzungen und Begrenzungen von Lebensbereichen und Praxen. Mehring 2009: Rainer Hampp Verlag. (= Arbeit und Alltag. Beiträge zur ethnografischen Arbeitskulturenforschung Schriftenreihe der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, herausgegeben von Irene Götz, Gertraud Koch, Klaus Schönberger und Manfred Seifert. Band 1: Arbeit und Nicht-Arbeit), S. 117-139. Online hier: Ein_Herz_braucht_das_Blut_Maier.pdf


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PRESSESPIEGEL

2011

Das Tübinger Tagblatt vom 4.10.2011 berichtete unter der Überschrift "Lächeln gegen die Krise" ausführlich über die Veranstaltung im Club Voltaire. Hier geht´s zum Artikel ...

Im Vorfeld der Lecture Performance im DemoZ Ludwigsburg am 15.4.2011 führte die Stuttgarter Zeitung ein Interview zum Thema. Erschienen in: Stuttgarter Zeitung, 15.4.2011, (Gesamtausgabe).



2010

Die Lecture Performance auf Einladung des DGB, Ortsgruppe Ortenau un der EAN im September 2010 in Kehl war gleich zwei mal Thema in den Medien:


"Gefährliche Forderung an Mitarbeiter"
in: Mittelbadische Presse, Ausgabe Kehl,  v. 21.9.2010


"Das Pathos der Firmenphilosophie"
in: Badische Zeitung, Ausgabe Ortenau, v. 20.9.2010



Zur LECTURE PERFORMANCE im Hamburger Museum der Arbeit schrieben
Tobias Schweiger und Laila Huber (in: Österreichische Zeitschift für Volkskunde, Band LXI/110, Wien 2007):

"(...) Das Abendprogramm dieses Freitags bestritt 'Alleinunterhalter' MC Orgelmüller alias Rudi Maier (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen). Seine hinreißende musikalische Darbietung ausgewählter Firmenhymnen wurde von analytischen Asführungen dieses Genres gerahmt. Maier brachte damit, neben den bereichernden Inhalten insbesondere durch den Performance-Charakter seines Beitrags, der Tagung und ihren TeilnehmerInnen ein Erfahrungs- und Reflexionsmoment über die gewinnbringende Kombination künstlerischer und wissenschaftlicher Strategien. Einerseits erfolgte hier eine Verschiebung von Repräsentations- und Vermittlungsformen, andererseits fand ein Rollenwechsel des akademisch/wissenschaftlich argumentierenden Kollegen zum Entertainer und Virtuosen statt. Analog dazu kam es zu einer Verschiebung vom wissenschaftlichen Diskurs zu einer weniger formellen Wissensgenerierung und -aneignung."


Die Rhein Main Presse berichtet über die
LECTURE PERFORMANCE im Rahmen des Mainzer Kunst-Zwerg-Festivals "über die Freiheit von Arbeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft"unter der Überschrift "Von Frühschicht bis Feierabend":

"Den Festivalausklang bildete der "Feierabend" im Hafeneck. Dort stellte "MC Orgelmüller" das verkannte Musikgenre der "Firmenhymnen" vor und animierte die Zuhörer, zu skurrilen Mitarbeiter-Motivationssongs diverser Unternehmen mitzuswingen. Sein Auftritt in quietschblauem Jackett und knallgelber Krawatte war ein weiterer Höhepunkt, und das im doppelten Sinne. Einerseits bietet Orgelmüller beste Unterhaltung, andererseits riefen die Hymnen den Ernst des Festivalthemas ins Gedächtnis. Bei Kuschelsongs aus Firmenzentralen, die für Mitarbeiterüberwachungen in Verruf stehen, bleibt einem der Feierabendsnack leicht im Halse stecken."


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Linkliste zum Thema: Firmenhymnen und Firmensongs in der (Fach-) Presse

Spiegel Online, 26.12.2009
"Skurrile Firmenhymnen: "Ist der Unterkiefer weg, ersetzen wir ihn dir komplett""
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,668735,00.html


Welt am Sonntag, 13.9.2009
"Gemeinsam sind wir peinlich"
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article4522410/Gemeinsam-sind-wir-peinlich.html
(by the way: Dass Lidl das Lied von Kaufland spielte, ist mir neu...)


Die Zeit, 2.7.2009
"Die Nase im Wind, den Kunden im Sinn"
http://www.zeit.de/2009/28/C-Firmenhymnen


Handelsblatt, 19.9.2008
"Philips was my first love"
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/strategie/philips-was-my-first-love;2042741


Pressesprecher, Fachmagazin für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Ausg. 03/2008
"Ein Lied auf den Lippen"
http://www.pressesprecher.com/magazine/artikel/1607.php