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Der Wasserlauf erhielt, anscheinend nach Hochwassern, die der Klosteranlage gefährlich werden konnten, verschiedene Uferbefestigungen. Hölzerne Faschinenkonstruktionen hatten sich erhalten und schließlich auf Holzpflöcken stehende Steinmauern. Die Abbildungen zeigen die mühselige wie zeitaufwendige Schlammarbeit, die geleistet werden mußte, um die Hölzer bergen und ihr Alter mit den Methoden der Jahrringchronologie bestimmen zu können.
Freilegung von Feuchthölzern
Freilegung von Feuchthölzern
Freilegung von Feuchthölzern
Arbeiten im feuchten Untergrund
Gerber
Darstellung des Gerberhandwerks im Ständebuch des Jost Ammann (1568)
Nach der Profanierung des Klosters in der Reformationszeit nutzten Gerbereien den Bachlauf. Eine große Variationsbreite trogartiger Holzkästen, Gerberbottiche und mit Flechtwerkwänden versehene Gerbergruben, die sich in der feuchten Umgebung der Bachverfüllung ungewöhnlich gut erhalten hatten, zeigten ebenso wie die schier zahllosen Hornzapfen von Rindern das Ambiente einer Rotgerberei, die bis in das ausgehende 17. Jahrhundert, bis zur Austrocknung und schließlich endgültigen Verfüllung des Bachbetts hier betrieben wurde.
Die vorstädtische, wohl durch Handwerksbetriebe bestimmte Besiedlung setzte sich südlich des Wasserlaufs fort, konnte jedoch aufgrund der in Relation zur archäologisch relevanten Gesamtfläche insgesamt beschränkten Ausgrabungszeit nur ansatzweise beobachtet und dokumentiert werden - ein sicher bedauerlicher Verlust, denn so werden das weitere Umfeld des Karmeliterklosters und seine sozialen Strukturen nicht mehr erforschbar sein.
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