Bitumen

Wie viele Motorradfahrer hatte auch ich schon früher Bekanntschaft mit Bitumen und Ölspuren gemacht, und zweimal bin ich deswegen gestürzt.

Bei beiden Stürzen kam ich mit dem Schrecken davon, aber auch zu der Erkenntnis, daß sie kaum durch vorsichtig(er)es Fahren zu verhindern gewesen wären, sondern nur mit Ursachenbekämpfung.
Denn während Öl- und Dieselspuren auf technische Defekte bzw. menschliches Versagen zurückzuführen sind, wird das rutschige Bitumen immer noch mit voller Absicht aufgetragen.

Allerdings sind auch bei Tankdeckeln technische Sicherungen denkbar. Falls diese jemals zur Vorschrift werden sollten, dann sicherlich nicht zur Sicherheit von Motorradfahrern, sondern aus Umweltschutzgründen ...

Eine der 5 Ausfahrten des mehrspurigen Kreisverkehrs um den Ernst-Reuter-Platz in Berlin, im Sommer 1990.

Nachts um 22 Uhr ist hier mein Vorderrad auf nasser Fahrbahn beim Bremsen vor der (im Bild nicht sichtbaren) roten Ampel plötzlich ins Rutschen geraten, um dann kurz wieder normal zu greifen, und wiederum nochmal zu rutschen, was schließlich zu einem Sturz führte.
Zum Glück ist mir nichts passiert, die Autos hinter mir konnten rechtzeitig anhalten.

Am nächsten Morgen habe ich mir die Stelle nochmal genauer angeschaut, da ich eine Ölspur o. ä. vermutet habe, da das Vorderrad ja zweimal ohne jegliche Haftung wie auf Glatteis geschlittert ist.

Doch vermutlich habe ich genau die beiden offensichtlich mit Bitumen übertünchten alten Fahrbahnmarkierungen getroffen, bzw. den griffigen Asphalt dazwischen.

In Berlin wurden damals aus politischen Gründen die Straßen künstlich verengt bzw. die rechten Fahrspuren für Busse, Taxis und Fahrräder reserviert.

1989 bin ich hier (in den französischen Alpen am Col de l' Iséran) ohne jede Vorwarnung weggerutscht und über die Gegenfahrbahn geschlittert.

Noch bevor ich meine Maschine wieder aufrichten konnte, hielt ein orange-farbener Lieferwagen an, mehrere Straßenarbeiter stiegen aus und halfen mir, bevor sie dann eine kaum sichtbare Dieselspur in der Fahrbahnmitte mit Bindemittel bestreuten.

Ein Arbeiter meinte, ich hätte Riesenglück gehabt, daß gerade keiner der vielen LKWs entgegenkam.

Im heißen Sommer 1995, auf einer frisch mit Rollsplitt und Teer verschlimmbesserten Landstraße bei Heilbronn:

Der geschmolzene Teer bevor ...

... und nachdem ein Bus darüber gefahren ist.

Unglaublich, daß dieses Herumgeschmiere mit dem Altöl-ähnlichen Bitumen immer noch als ordnungsgemäße Instandsetzungsmaßnahme gilt!


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