Artikel in MOTORRAD 7/1995

Erst nachdem auch ein Motorradtester des Stuttgarter Motor-Presse Verlags (MOTORRAD, PS, usw.) auf Bitumen zu Fall gekommen war, berichtete auch Europas größte Motorradzeitschrift über Joachims Unfall und die Bitumenproblematik.

Eindruck hinterlassen (z.B. bei Leserbriefschreibern) hat der Artikel aber hauptsächlich wegen der mehr oder weniger mißlungenen Ratschläge (Werner Koch gibt wertvolle Tips zur Fahrtechnik: "Panikreaktionen vermeiden, am besten gar nichts machen") und des arroganten Kommentares von Axel Westphal.

Leider habe ich nur einige Fotos, aber kaum Text aufbereiten können.



Gefährliche Straßenmalerei: Bitumen auf Asphalt.
Eine üble Falle für Motorradfahrer

MALHEUR

Bitumenflickerei provoziert riskante Ausrutscher. Deshalb sollten die Straßenbauämter klotzen, nicht kleckern. Und das Malen auf Asphalt den Künstlern überlassen.
Von Norbert Sorg; Fotos: Markus Jahn, Stefan Wolf


Ich war eine Straßenbahnschiene: bituminöse Stuttgarter Endlosfuge (links). Hier hätte der Belag komplett erneuert werden müssen. Ab einer Streckenlänge von 20 bis 30 Metern rechne sich der Einsatz von Maschinen zur großflächigen Renovierung, verlautbarte das zuständige Tiefbauamt. Hier hat es sich schwer verrechnet.



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Wenn ich das schon höre:"Ich komme um die Kurve rum und zack, liege ich auf der Nase. Da muß wohl so ein verfluchter glatter Teerstreifen gewesen sein." Natürlich, an einem selbst liegt es nie. Die Reifen haften miserabel, das Fahrwerk taugt nichts, das Auto hat mich geschnitten. Immer haben die Umstände oder andere schuld. Ich sehe das anders: Wenn ich das Motorradfahren wirklich drauf habe, dann beherrsche ich eben das schlechte Fahrwerk, die harten Reifen, stelle mich ein auf die nasse Piste, Dreck, Sand, Splitt, Gullideckel und weiß der Teufel was. Die Straße lesen, nennt man das. Ich weiß, das klingt furchtbar arrogant. Aber Motorradfahren ist eben was anderes als Autofahren, nämlich viel schwieriger und auch gefährlicher. Und niemand wird dazu gezwungen. Zweifellos wären haftfähigere Reparaturmaßnahmen besser als das aalglatte Bitumen. Doch auf Kanaldeckeln und Mittelstreifen haut's einen ebenso leicht runter. Eigentlich sind auch Kurven gefährlich, Einmündungen, Kreuzungen mit und ohne Ampeln, Wildwechsel und dösende Sonntagsautofahrer, Nacht und Nebel, Regen und Schnee. Sicher und schnell Motorradfahren ist nun mal nicht so einfach. Und macht gerade deshalb so viel Spaß. Auch auf Bitumen.


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